Zum Inhalt springen

Kaufratgeber · Mode & Accessoires

Funktionsjacke kaufen: Wassersäule, RET-Wert und Lagenaufbau

Wie wasserdicht und atmungsaktiv eine Regenjacke sein muss und welche Details im Alltag und auf Tour wirklich zählen.

  • Veröffentlicht am 4. September 2026
  • 3 Min. Lesezeit
  • Redaktionelle Analyse, nicht selbst getestet
Symbolbild zum Ratgeber: Funktionsjacke kaufen: Wassersäule, RET-Wert und Lagenaufbau
Foto: Cameron Kirby / StockSnap (CC0)

Funktionsjacken werden oft stark reduziert, besonders am Saisonende. Die technischen Angaben auf dem Etikett sind aber nicht selbsterklärend. Dieser Ratgeber hilft dir, die richtige Jacke für deinen Einsatz zu finden.

Wassersäule: Wie wasserdicht ist die Jacke?

Die Wassersäule gibt an, wie hoch eine Wassersäule auf dem Stoff stehen kann, bevor Wasser durchdringt. Je höher der Wert, desto mehr Druck hält das Material aus, etwa unter Rucksackgurten oder beim Sitzen auf nassem Untergrund.

Typische Wassersäulen nach Einsatz (Richtwerte)
Stadt, kurze Wege
≈ 5.000 mm
Wandern
≈ 10.000 mm
Trekking, Rucksack, Dauerregen
≈ 20.000 und mehr mm

Orientierungswerte aus Herstellerangaben. Nähte, Reißverschlüsse und Kapuze entscheiden zusätzlich darüber, ob eine Jacke dicht bleibt.

Atmungsaktivität: Der RET-Wert

Die Atmungsaktivität beschreibt, wie gut Wasserdampf vom Körper nach außen gelangt. Der RET-Wert (Wasserdampfdurchgangswiderstand) ist ein verbreitetes Maß: Je niedriger, desto atmungsaktiver.

RET 0 bis 6
Sehr atmungsaktiv, gut für schweißtreibende Aktivitäten.
RET 6 bis 13
Atmungsaktiv, für die meisten Outdoor-Aktivitäten geeignet.
RET 13 bis 20
Eingeschränkt atmungsaktiv, eher für ruhige Aktivitäten.
über 20
Kaum atmungsaktiv.

Manche Hersteller geben stattdessen den MVTR-Wert in Gramm pro Quadratmeter und 24 Stunden an. Hier gilt: Je höher, desto atmungsaktiver. Die beiden Werte sind nicht direkt umrechenbar.

Lagenaufbau

AufbauMerkmalEinsatz
2-LagenMembran mit loser Innenschicht (Futter)Alltag, Stadt
2,5-LagenMembran mit aufgedruckter Schutzschicht innenLeicht, gut verstaubar, Wandern
3-LagenMembran fest zwischen Außen- und InnenstoffRobust, für intensive Touren

Details, die den Unterschied machen

  1. 1

    Verschweißte Nähte

    Durch jede Naht kann Wasser eindringen. Bei echten Regenjacken sind die Nähte von innen abgeklebt.

  2. 2

    Kapuze

    Verstellbar, mit festem Schild und so geschnitten, dass sie beim Drehen des Kopfes mitgeht.

  3. 3

    Belüftung

    Reißverschlüsse unter den Armen lassen bei Anstrengung Wärme entweichen.

  4. 4

    Taschen

    Hoch angesetzte Taschen bleiben auch mit Hüftgurt des Rucksacks erreichbar.

Imprägnierung und Pflege

Die Außenseite ist mit einer wasserabweisenden Imprägnierung behandelt, damit Wasser abperlt. Viele Hersteller sind auf PFAS-freie Imprägnierungen umgestiegen, die ähnlich funktionieren, aber häufiger aufgefrischt werden müssen.

Häufige Fragen

Warum bin ich in meiner Regenjacke trotzdem nass?

Oft ist es Schweiß, der bei Anstrengung nicht schnell genug entweichen kann. Belüftungsöffnungen und eine atmungsaktivere Jacke helfen. Auch eine abgenutzte Imprägnierung verringert die Atmungsaktivität.

Softshell oder Hardshell?

Softshells sind winddicht, dehnbar und atmungsaktiv, halten aber starken Regen nicht dauerhaft ab. Hardshells sind wasserdicht und für Regenwetter gemacht.

Welche Größe?

Funktionsjacken werden oft über mehreren Schichten getragen. Probiere sie mit einem Pullover oder einer Fleecejacke darunter an und achte auf Bewegungsfreiheit beim Heben der Arme.

Geschrieben von der Redaktion Schnäppchen-Scout. Zuletzt geprüft am 4. September 2026. Wie wir Produkte und Angebote auswählen, erklären wir unter So prüfen wir.

Weiterlesen